Sollten Volltreffer stutzig machen?

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Was würden Sie sagen, wenn Ihnen ein Bekannter berichtet, er treffe immer ins Schwarze? Und zum Beweis gibt es gleich noch das Handybild. Toller Hecht?

Eine Analyse zum Thema Börsencrash in China kommt zum Schluss: „Kein anderes Land gibt seine Quartalszahlen so schnell heraus wie China und nirgendwo sonst gleichen diese Zahlen den vorher abgegebenen Prognosen“ (Spiegel 28/2015).

Volltreffer? Wie kann das sein? Ein Indiz, dass da dem Friede nicht zu trauen sei? Andererseits wird genau das eingefordert: Von den Analysten an der Börse, von den Freunden am Stammtisch. Und von den Aufsichtsgremien in Organisationen. Deswegen laufen auch tausende von Statusberichten und Rückmeldungen von Projekten genau nach diesem Muster ab. Jeden Tag. Je genauer das „Ist“ den „Soll“, also den Plan, getroffen hat, desto besser war die Schätzung. Desto mehr wird der Schätzer gelobt. Es jubiliert das Projektcontrolling. Für was eigentlich?

Wenn Analysten nervös werden, weil die Ist-Werte den Prognosen entsprechen, warum werden das dann nicht Steuerkreise und Aufsichtsgremien? Die Ursache dürfte die gleiche sein.

Man kann übrigens leicht zum Meisterschützen werden, wenn man die Zielscheibe nach den Einschüssen aufmalt…

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